Gründonnerstag: Der Abend, an dem alles begann

Am Gründonnerstag feierten wir in Gaissau gemeinsam die Erinnerung an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern – und an die Fußwaschung als Zeichen dienender Liebe. Der Gottesdienst folgte dem Weg dieses Abends: vom Einzug über die Lesungen, die Predigt und die Kommunion bis hin zur Stille danach.

Was diesen Abend besonders macht, ist nicht nur, was Jesus sagt – sondern was er tut. Er steht auf, legt sein Gewand ab, nimmt ein Tuch und wäscht die Füße seiner Jünger. Petrus widerspricht: Du sollst mir nicht die Füße waschen. Und Jesus antwortet: Wenn ich es nicht tue, hast du keinen Anteil an mir. Dienst und Gemeinschaft gehören zusammen – das ist die Botschaft dieses Abends. Nach der Kommunion wurde der Altar in Stille geräumt. Was blieb, war der leere Tisch und die Stille, die uns in die drei Ostertage führte. Kein Segen, keine Entlassung – der Gottesdienst endete offen, wie der Abend selbst.

Predigtimpuls zum Evangelium (Joh 13,1–15): Jesus wäscht Füße – eine Arbeit, die zu seiner Zeit Sklaven vorbehalten war. Der Predigtimpuls fragte: Was wäre heute das Äquivalent dieser Geste? Wem würden wir ungerne dienen – und warum eigentlich? Und: Was verändert sich in einer Gemeinschaft, wenn Führung als Dienst und nicht als Status verstanden wird?

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