Am Abend des Aschermittwochs versammelten wir uns in der Gaissauer Kirche zur ökumenischen Wort-Gottes-Feier. Mit dem Empfang des Aschekreuzes begannen wir gemeinsam den Weg in die Fastenzeit – nicht als Last, sondern als Einladung. „Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider“ – diese Worte aus dem Propheten Joel setzten den Ton für den ganzen Abend: Es geht nicht um äußere Geste, sondern um innere Haltung.
Die drei Lesungen des Abends zogen einen weiten Bogen: vom Ruf zur Umkehr über die paulinische Botschaft, dass jetzt die Zeit der Gnade ist, bis hin zu Jesu Warnung vor Schaufrömmigkeit im Matthäusevangelium. Was Gott sieht, so Jesus, ist das Verborgene – nicht die Pose nach außen. Das Aschekreuz, das wir danach empfingen, war genau in diesem Sinn gemeint: als persönliches, stilles Zeichen. „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist“ – ein Satz, der nicht erdrücken, sondern erden soll. Wir sind vergänglich. Und gerade deshalb zählt, wie wir diese Zeit nutzen.
Predigtimpuls zum Evangelium (Mt 6,1–6.16–18): Jesus spricht im heutigen Evangelium dreimal dasselbe Muster: Almosen geben, Beten, Fasten – aber nicht, damit andere es sehen. Der Impuls der Predigt fragte: Was ist unser verborgenes Zimmer heute? Wo beten, helfen, fasten wir ohne Publikum? Und genau dort, sagt Jesus, ist Gott zu finden – nicht auf der Bühne, sondern im Stillen.