Auf dieser Seite berichten wir meist davon, was wir tun: Gottesdienste feiern, Menschen begleiten, gemeinsam am Tisch sitzen. Heute möchten wir einen Schritt zurücktreten und erzählen, wer wir eigentlich sind.
Das Ökumenische Seelsorgeteam Gaissau und die Mahlgemeinschaft bestehen aus Menschen, die aus verschiedenen christlichen Konfessionen kommen. Das ist kein Zufall — es war von Anfang an so gewollt.
Erfahrung aus der Mitte der Kirche
Was viele im Team verbindet: Sie kennen Kirche nicht von außen. Arthur Nägele war Vorsitzender des Pfarrkirchenrats in Gaissau, bevor er zur altkatholischen Kirche übertrat und dort Vorsitzender des Gemeindevorstands wurde. Wilfried Meier war ebenfalls Vorsitzender des Pfarrkirchenrats in Gaissau. Lukas Huber hat im selben Gremium mitgearbeitet. Herbert Rosinger war Vorsitzender des Pfarrkirchenrats in Höchst. Angelika Lutz bringt ausgebildete Seelsorgekompetenz aus der freikirchlichen Tradition mit.
Das sind keine Menschen, die von außen an Kirche herantreten und Forderungen stellen. Es sind Menschen, die Verantwortung getragen haben — und die irgendwann gemerkt haben, dass das, was sie wirklich bewegt, in den bestehenden Strukturen allein nicht mehr Platz findet. Diese Erfahrung ist kein Groll. Sie ist der Boden, auf dem etwas Neues gewachsen ist.
Altkatholisch
Arthur Nägele gehört der Altkatholischen Kirchengemeinde Maria Magdalena Vorarlberg an. Die altkatholische Kirche hat ihre Wurzeln in der Auseinandersetzung mit dem Ersten Vatikanischen Konzil von 1870 — nicht als Bruch mit der Tradition, sondern als Besinnung auf sie. Altkatholiken feiern Eucharistie mit offenem Tisch, ordinieren Frauen, und gestalten Kirche synodal. In Vorarlberg ist die Gemeinde klein, aber mit einem klaren Auftrag: niemanden auszuschließen, der kommen möchte.
Römisch-katholisch
Birgit Delanoi, Lukas Huber, Wilfried Meier und Herbert Rosinger kommen aus der römisch-katholischen Tradition. Dass sie im ökumenischen Team mitarbeiten, ist für sie kein Widerspruch zu ihrer Konfession — im Gegenteil. Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Ökumene ausdrücklich als Aufgabe der ganzen Kirche benannt. Ökumene ist kein Randprogramm, sondern konziliares Erbe. Bemerkenswert ist dabei, dass Herbert Rosinger seinen Weg an der Evangelisch-Theologischen Akademie Zürich vertieft — ein Zeichen, dass echte ökumenische Bildung manchmal über die eigene Konfession hinausführt.
Freikirchlich
Angelika Lutz bringt die freikirchliche Tradition der Freien Evangelischen Gemeinde ein — eine Tradition, die die persönliche Glaubensentscheidung, die Gemeinde als Leib Christi und die Bibel als lebendiges Wort ins Zentrum stellt. In der Mahlgemeinschaft und im Seelsorgeteam erlebt sie, dass diese Akzente das ökumenische Gespräch bereichern, nicht stören.
Was uns zusammenhält
Nicht die Auflösung der Unterschiede. Wir beten nicht so, als ob es keine Konfessionen gäbe. Wir feiern und arbeiten aber so, als ob die Taufe zählt — und als ob Christus nicht nur in einer Kirche zu Hause ist.
In den kommenden Wochen werden wir jede Konfession kurz vorstellen — aus der Innenperspektive, so wie wir sie selbst erleben. Nicht als Lehrstück, sondern als Einladung zum Kennenlernen.
Das wäre Beitrag 1 der Serie. Soll ich gleich die drei Folgebeiträge — Altkatholisch, Römisch-katholisch, Freikirchlich — als Entwürfe ausarbeiten? Und in welchem zeitlichen Abstand würdest du sie posten wollen — alle paar Wochen, oder eher monatlich?