10. Sonntag im Jahreskreis: „Barmherzigkeit will ich – nicht Opfer“

Ein Satz aus dem Propheten Hosea, der durch alle drei Lesungen des heutigen Sonntags klingt: Gott will kein Opfer – Gott will uns. Diese Zusage stand im Mittelpunkt der ökumenischen Wort-Gottes-Feier in Gaissau am heutigen Sonntag. Hosea spricht zu einem Volk, das die äußere Religionspraxis pflegt – und dabei das Wesentliche vergisst: die Treue, die Zuwendung, das wirkliche Hinschauen. Sechs Verse, die mehr sagen als mancher lange Traktat.

Vorabend 11. April 2026: „Friede sei mit euch“

Am Samstagabend vor dem Weißen Sonntag feierten wir eine stille, feierliche ökumenische Wort-Gottes-Feier in Höchst. Der Raum war ruhig, die Gemeinde überschaubar – und genau das passte zu diesem Evangelium. Johannes erzählt: Die Jünger sind versammelt, hinter verschlossenen Türen, aus Angst. Und in diese Angst hinein tritt der Auferstandene. Sein erstes Wort ist kein Vorwurf. Sein erstes Wort ist: Friede.

Pfingstsonntag: Ein Fest – und eine frische Fassade

Pfingsten in Gaissau – und ein besonderer Anlass begleitete den Gottesdienst: Die Außenrenovierung der Kirche war abgeschlossen. Was über Monate Gerüste und Arbeit gewesen war, zeigte sich nun als fertiges Werk. Zusammen mit Pfarrer Ioan Sandor feierten wir diesen Abschluss und das Pfingstfest als ein gemeinsames Zeichen: Diese Kirche hat Zukunft. Sie ist gepflegt. Sie lädt ein.

Karfreitag: Den Weg des Kreuzes gehen

Ein besonderer Karfreitag in Gaissau: Wir gingen gemeinsam den Kreuzweg – begleitet von poetischen Texten aus Karin E. Leiters „Der Baum – Ein Kreuz-Weg“ aus dem Sammelband Tanzendes Kreuz (Tyrolia Verlag). In diesem Text erzählt das Holz, das zum Kreuz wurde, seine Geschichte – vom Baum über den Balken bis zur letzten Station. Eine ungewöhnliche Perspektive, die dem Weg eine besondere Tiefe gab.

Gründonnerstag: Der Abend, an dem alles begann

Am Gründonnerstag feierten wir in Gaissau gemeinsam die Erinnerung an das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern – und an die Fußwaschung als Zeichen dienender Liebe. Der Gottesdienst folgte dem Weg dieses Abends: vom Einzug über die Lesungen, die Predigt und die Kommunion bis hin zur Stille danach.

4. Fastensonntag: „Einmal blind gewesen – jetzt sehe ich“

Laetare – „Freut euch!“ – ist der Sonntag, an dem mitten in der Fastenzeit ein anderer Ton erklingt. Die Gaissauer Kirche war an diesem Märzsonntag ein Ort des ruhigen, nachdenklichen Feierns. Die Geschichte des Blindgeborenen aus dem Johannesevangelium stand im Mittelpunkt – ein Text, der neun Kapitel lang erzählt und dabei immer tiefer fragt: Was bedeutet es, wirklich zu sehen?

Aschermittwoch: „Kehrt um – mit ganzem Herzen“

Am Abend des Aschermittwochs versammelten wir uns in der Gaissauer Kirche zur ökumenischen Wort-Gottes-Feier. Mit dem Empfang des Aschekreuzes begannen wir gemeinsam den Weg in die Fastenzeit – nicht als Last, sondern als Einladung. „Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider“ – diese Worte aus dem Propheten Joel setzten den Ton für den ganzen Abend: Es geht nicht um äußere Geste, sondern um innere Haltung.

Ökumenische Jahresabschlussfeier

Am 31. Dezember 2025 lud das ökumenische Seelsorgeteam Gaissau gemeinsam mit der ökumenischen Mahlgemeinschaft zur Jahresabschlussfeier ein. Um 17 Uhr versammelten sich weit über 60 Gläubige, um gemeinsam das Jahr 2025 abzuschließen und den Übergang ins neue Jahr zu gestalten.

Ökumenische Christmette in Gaissau

„Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht“ – mit dieser Verheißung des Propheten Jesaja begann am Heiligen Abend um 22 Uhr die ökumenische Christmette in Gaissau. Eine große Festgemeinde hatte sich versammelt, um gemeinsam das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens zu feiern: Gott wird Mensch, das Licht kommt in die Dunkelheit.

4. Adventsonntag: Josef und Thomas

Vier Tage vor Weihnachten, alle Kerzen am Adventskranz brennen – und der Gottesdienst in Gaissau brachte eine ungewöhnliche Verbindung: Der 21. Dezember ist zugleich Gedenktag des Apostels Thomas. Zwei Männer, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben – Josef, der vor der unbegreiflichen Schwangerschaft seiner Verlobten steht, und Thomas, der ohne Beweise nicht glauben will.