Vorabend 11. April 2026: „Friede sei mit euch“

Am Samstagabend vor dem Weißen Sonntag feierten wir eine stille, feierliche ökumenische Wort-Gottes-Feier in Höchst. Der Raum war ruhig, die Gemeinde überschaubar – und genau das passte zu diesem Evangelium. Johannes erzählt: Die Jünger sind versammelt, hinter verschlossenen Türen, aus Angst. Und in diese Angst hinein tritt der Auferstandene. Sein erstes Wort ist kein Vorwurf. Sein erstes Wort ist: Friede.

Thomas war an diesem Abend nicht dabei. Das Evangelium verschweigt, warum. Aber es zeigt, dass er deshalb nicht ausgeschlossen wird – Jesus kommt wieder, extra für ihn, acht Tage später. Die Kirche hat diesen Sonntag traditionell den Frisch-Getauften gewidmet, die in ihrer weißen Taufkleidung noch einmal zur Feier kamen. Daher: Weißer Sonntag. In Gaissau wurde das als Einladung gehört: Wer nicht dabei war, wird nicht vergessen. Wer zweifelt, darf fragen. Wer die Türen schließt, wird trotzdem gefunden.

Predigtimpuls zum Evangelium (Joh 20,19–31): Thomas steht in der Überlieferung oft als „der Zweifler“ da – zu Unrecht. Der Predigtimpuls fragte: Ist Zweifel nicht manchmal das Ehrlichste, was wir mitbringen können? Und was sagt es über Gott, dass Jesus dem Thomas nicht mit Enttäuschung begegnet, sondern mit Zeigen – „Leg deinen Finger hierher“? Glaube, der durch Berührung wächst, ist kein schwacher Glaube. Er ist ein menschlicher.

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