Ein Satz, der alles verändert: Jesus liest in der Synagoge von Nazaret aus dem Propheten Jesaja – und dann schließt er die Buchrolle und sagt: Heute. Nicht irgendwann. Heute hat sich dieses Schriftwort erfüllt. Der Gottesdienst in Gaissau nahm diesen Augenblick zum Ausgangspunkt: Was bedeutet es, wenn das Evangelium im Präsens gesprochen wird?
Lukas beschreibt Jesus als jemanden, der von Anfang an weiß, wozu er gesandt ist: den Armen frohe Botschaft bringen, Gefangene befreien, Blinden das Augenlicht schenken. Das ist kein Programm für später. Es ist das Programm für jetzt. Die zweite Lesung aus dem Korintherbrief – ein Leib, viele Glieder – ergänzte das Bild: Diese Sendung ist nicht Jesu Alleingang. Sie ist die Berufung der Gemeinschaft.
Predigtimpuls zum Evangelium (Lk 1,1–4; 4,14–21): Lukas beginnt sein Evangelium mit einer Ortsangabe: Ich war dabei, ich habe nachgeforscht, ich schreibe für dich, Theophilus – Gottlieb – damit du sicher weißt, was du glaubst. Das Evangelium ist keine Legende. Es ist Zeugnis. Und es endet nicht in der Synagoge von Nazaret. Es geht weiter – bis heute, hier, in Gaissau.