Der Samariter antwortet
Ein Hochsommermorgen in Gaissau – und ein Evangelium, das nie alt wird. Der barmherzige Samariter ist eine der bekanntesten Geschichten der Bibel, und doch hat sie die Kraft, jedes Mal neu zu treffen. Der Gottesdienst begann mit einem Gedächtnis der Verstorbenen des Juli-Monats: Sr. Arnolda, Frieda Fulterer, Otto Metzger, Eugen Schmidinger – für jeden eine Kerze, für jeden ein stilles Gebet.
Die Verbindung lag nahe: Der Samariter lässt den Verwundeten nicht allein. Und wir lassen unsere Verstorbenen nicht allein. Das Gedenken ist keine Pflicht – es ist Treue. Die Lesungen des Tages (Dtn 30, Kol 1, Lk 10) zogen einen weiten Bogen von Mose über Paulus bis zu Jesus: Das Wort ist nicht fern. Es ist in deinem Mund. In deinem Herzen.
Predigtimpuls zum Evangelium (Lk 10,25–37): Der Gesetzeslehrer fragt: Wer ist mein Nächster? Er hofft auf eine Eingrenzung. Jesus antwortet mit einer Geschichte, die alles ausweitet. Der Nächste ist nicht derjenige, dem ich mich zugehörig fühle. Der Nächste ist derjenige, dem ich begegne – und der mich braucht. „Geh und tu desgleichen“ ist keine Empfehlung. Es ist eine Sendung.