23. Februar 2025: „Liebt eure Feinde“

Dieser Satz gehört zu den bekanntesten und am meisten zitierten des ganzen Evangeliums – und zu den am wenigsten gelebten. Der Gottesdienst in Gaissau nahm die Herausforderung an und fragte ehrlich: Was meint Jesus damit? Ist das eine realistische Zumutung – oder eine frommer Idealismus, der am wirklichen Leben vorbeigeht?

Die Lesung aus dem ersten Samuelbuch zeigte David, der seinen Todfeind Saul verschont – nicht aus Schwäche, sondern aus einer tiefen Überzeugung: Es steht mir nicht zu. Das Evangelium nach Lukas geht weiter: Tut Gutes denen, die euch hassen. Leiht, wo ihr nichts zurückzubekommen hofft. Die Goldene Regel ist kein Tauschgeschäft. Sie ist eine Haltung, die auf einem radikalen Gottesbild gründet: Gott selbst ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

Predigtimpuls zum Evangelium (Lk 6,27–38): Feindesliebe ist, so Jesus, der konsequente Endpunkt eines bestimmten Gottesbildes: Gott, der bedingungslos liebt. Wer wirklich glaubt, dass Gott so ist, kann nicht anders als selbst so zu handeln – zumindest als Richtung, als Einladung, als Weg. Es geht nicht darum, Unrecht schönzureden. Es geht darum, sich nicht von Hass definieren zu lassen.

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