Der dritte Adventsonntag trägt seit alters her den Beinamen „Gaudete“ – Freut euch. Und genau das war der Ton dieses Gottesdienstes in Gaissau: nicht erzwungene Vorweihnachtsstimmung, sondern die tiefere Freude, die Paulus meint, wenn er schreibt: „Freut euch zu jeder Zeit.“ Denn die Nähe Gottes ist nicht jahreszeitabhängig.
Arthur Nägele gestaltete diesen Gottesdienst gemeinsam mit seiner Studienkollegin aus dem Theologischen Fernkurs, Renate Kutzer – eine Begegnung zweier Menschen, die ihren Glauben geteilt und gemeinsam über Jahre hinweg liturgisch gelernt haben. Die Lesung aus dem Zefanja-Buch, der Brief an die Philipper und das Evangelium nach Lukas (Johannes der Täufer antwortet auf die Frage: Was sollen wir tun?) ergaben ein stimmiges Ganzes: Gott ist nah. Und die Antwort darauf ist nicht Anstrengung, sondern Aufmerksamkeit.
Predigtimpuls zum Evangelium (Lk 3,10–18): Die Menschen fragen Johannes: Was sollen wir tun? Und er antwortet nicht mit frommen Programmen, sondern mit konkreten Alltagsanweisungen: Wer zwei Mäntel hat, gebe einen ab. Wer Steuern einnimmt, nehme nicht zu viel. Der Advent fragt nicht: Bist du fromm genug? Er fragt: Wo könntest du heute gerechter, aufmerksamer, großzügiger sein?