21. Dezember 2025 – Josef und Thomas – zwei Menschen vor dem Unbegreiflichen
Vier Tage vor Weihnachten, alle Kerzen am Adventskranz brennen – und der Gottesdienst in Gaissau brachte eine ungewöhnliche Verbindung: Der 21. Dezember ist zugleich Gedenktag des Apostels Thomas. Zwei Männer, die auf den ersten Blick wenig gemeinsam haben – Josef, der vor der unbegreiflichen Schwangerschaft seiner Verlobten steht, und Thomas, der ohne Beweise nicht glauben will.
Und doch: Beide stehen vor dem Unbegreiflichen. Beide suchen Gewissheit. Und beiden begegnet Gott – im Traum, in der Begegnung, in einem Wort. Die Predigt entfaltete diese Parallelgeschichte mit Sorgfalt und Empathie: Zweifel ist kein Gegenteil des Glaubens. Er ist oft sein ehrlichster Ausdruck.
Predigtimpuls zum Evangelium (Mt 1,18–24): Josef ist ein „gerechter Mann“ – das heißt bei Matthäus: einer, der nach Gottes Willen handeln und dabei niemandem Schaden zufügen will. Er sucht nach dem bestmöglichen Weg in einer unlösbaren Situation. Und dann kommt der Engel. Nicht mit einer Erklärung. Mit einem Auftrag: Fürchte dich nicht. Nimm sie zu dir. Manchmal ist das alles, was wir brauchen: nicht eine Erklärung, sondern die Ermutigung, den nächsten Schritt zu tun.