Weihnachten dauert an – auch wenn die Geschäfte längst auf Fasching umgestellt haben. Dieser Gottesdienst in Gaissau stellte genau diese Frage: Was bleibt von Weihnachten, wenn die Dekoration weg ist? Was hat die Botschaft mit unserem Alltag zu tun, jenseits von Kerzen und Krippe?
Der Prolog des Johannesevangeliums – „Im Anfang war das Wort“ – ist keine fromme Einleitung, sondern ein kosmisches Programm. Das Wort, das alles schuf, ist in die Welt eingetreten. Nicht als Idee, nicht als Prinzip – als Mensch. Das ist das eigentliche Weihnachtswunder: nicht der Stern, sondern die Menschwerdung. Gott, der sich dem Leben aussetzt. Mit allem, was dazugehört.
Predigtimpuls zum Evangelium (Joh 1,1–18): Johannes schreibt: Das Wort kam in sein Eigentum – und die Seinen nahmen es nicht auf. Eine ernüchternde Aussage. Aber sie endet nicht dort. Denen, die es aufnahmen, gab es das Recht, Kinder Gottes zu werden. Nicht durch Abstammung, nicht durch Leistung – sondern durch das Annehmen. Die Frage des zweiten Weihnachtssonntags lautet: Wie nehme ich es an – heute, in meinem konkreten Leben?