9. November 2025 „Nie wieder Krieg“ – Gedenken und Verpflichtung
Der 9. November hat in der europäischen Geschichte ein besonderes Gewicht – als Datum der Erinnerung und der Mahnung zugleich. In Gaissau feierten wir an diesem Seelensonntag einen ökumenischen Gedenkgottesdienst, der mit einem gemeinsamen Gang zum Kriegerdenkmal und einer Kranzniederlegung verbunden war.
Der Musikverein begleitete die Feier. In der Kirche wurden die Namen der Gefallenen verlesen – Väter und Söhne, Brüder und Ehemänner, die nicht heimgekehrt sind. Für jeden eine Kerze. Dann der Weg zum Denkmal, die Stille, der Kranz. Das Evangelium nach Johannes (Joh 2,13–22) – die Tempelreinigung – wurde zum Bezugspunkt: Ein Ort des Gebets soll kein Ort des Geschäftemachens werden. Und ein Land soll kein Schlachtfeld werden. Die Botschaft war klar und doch nicht laut: Wir gedenken nicht, um zu verherrlichen. Wir gedenken, um nicht zu vergessen.
Predigtimpuls zum Evangelium (Joh 2,13–22): Jesus vertreibt die Händler aus dem Tempel – eine prophetische Geste. Er macht auf den Unterschied aufmerksam zwischen dem, was heilig sein sollte, und dem, was daraus gemacht wurde. Dasselbe gilt für den Frieden: Er ist heilig. Er verdient Schutz. Und jede Generation trägt die Verantwortung, ihn zu hüten.