Sonntag der Wiederkehr des Herrn

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr trägt in der altkatholischen Tradition einen besonderen Namen: Sonntag der Wiederkehr des Herrn. Kein Abschluss im Sinne eines Schlusspunkts – sondern ein Brückentag. Das Kirchenjahr endet nicht mit einem Schlusskonsens, sondern mit einem Versprechen: Er kommt wieder.

Seelensonntag: „Nie wieder Krieg“

Der 9. November hat in der europäischen Geschichte ein besonderes Gewicht – als Datum der Erinnerung und der Mahnung zugleich. In Gaissau feierten wir an diesem Seelensonntag einen ökumenischen Gedenkgottesdienst, der mit einem gemeinsamen Gang zum Kriegerdenkmal und einer Kranzniederlegung verbunden war.

15. Sonntag im Jahreskreis: „Wer ist mein Nächster?“

Ein Hochsommermorgen in Gaissau – und ein Evangelium, das nie alt wird. Der barmherzige Samariter ist eine der bekanntesten Geschichten der Bibel, und doch hat sie die Kraft, jedes Mal neu zu treffen. Der Gottesdienst begann mit einem Gedächtnis der Verstorbenen des Juli-Monats: Sr. Arnolda, Frieda Fulterer, Otto Metzger, Eugen Schmidinger – für jeden eine Kerze, für jeden ein stilles Gebet.

5. Fastensonntag:„Lass ihn noch ein Jahr stehen“

Mitten in der Fastenzeit ein Gleichnis, das atmen lässt: Der Weinbauer will den unfruchtbaren Feigenbaum umhauen. Doch der Winzer bittet: Noch ein Jahr. Ich grabe, ich dünge, ich gebe ihm Zeit. Vielleicht trägt er dann Früchte. Wenn nicht – dann. Der Gottesdienst in Gaissau fragte, was dieser Aufschub bedeutet: nicht Nachsicht ohne Konsequenz, sondern die Geduld Gottes, die nicht aufgibt.

23. Februar 2025: „Liebt eure Feinde“

Dieser Satz gehört zu den bekanntesten und am meisten zitierten des ganzen Evangeliums – und zu den am wenigsten gelebten. Der Gottesdienst in Gaissau nahm die Herausforderung an und fragte ehrlich: Was meint Jesus damit? Ist das eine realistische Zumutung – oder eine frommer Idealismus, der am wirklichen Leben vorbeigeht?

Zweiter Weihnachtstag 2024: Stephanus – Zeuge mit Konsequenzen

Unmittelbar nach Weihnachten tritt die Kirche auf die Bremse der Idylle. Der 26. Dezember gehört dem heiligen Stephanus – dem ersten Märtyrer, der für sein Zeugnis gesteinigt wurde. Ein unerwarteter Gast im Krippenglanz. Und doch: gerade er macht deutlich, was das Kind in der Krippe bedeutet. Das Christusfest ist kein Stimmungsprogramm. Es ist eine Zusage mit Konsequenzen.